Die Insel Ischia

Lacco Ameno auf der Insel Ischia

Lacco Ameno

Lacco Ameno Zentrum Auf Ischia gibt es sechs Gemeinden. Die kleinste mit 2,7 qkm heißt Lacco Ameno. Direkt an der Küste, schmiegt sich die Ortschaft an den nördlichen Hang. Ihre Strände und Buchten, besonders die Bucht von San Montano, gehören zu den schönsten der Insel Ischia. Ein steinpilzförmiger Felsen im Meer, der berühmte „Fungo", ist das Wahrzeichen von Lacco Ameno.

Lacco blickt auf eine lange Geschichte zurück. Trotz zahlreicher Eruptionen bleibt die Insel Ischia stets bewohnt. In der näheren Umgebung wurden bronze- und eisenzeitliche Zeugnisse gefunden. Im 8. Jh. v. Chr. siedelten dort Griechen an. Die Ausläufer der Siedlung und ihres Gräberfeldes sind unter der Basilika San Restituta zu besichtigen.

Königin-Isabella-Thermen auf Ischia Lacco Ameno ist bis in die 50er Jahre ein beschauliches Fischerdorf. Das ändert sich als Angelo Rizzoli, ein bekannter Verleger und Filmproduzent, nach Ischia kommt und sich in den kleinen Ort Lacco Ameno verliebt. Er erwirbt eine Villa aus dem 18. Jh., die Villa Arbusto, verlegt seinen Wohnort auf die Insel. Und er entdeckt die stillgelegten Königin-Isabella-Thermen wieder. Der hohe Radongehalt dieses Heilwassers in Lacco Ameno ist eine Besonderheit, die er zu nutzen weiß. Der Verleger entwickelt die damals noch einzigartige Idee eines Spa-Hotels, die das Schicksal des Ortes nachhaltig ändern soll. Aus Lacco Ameno wird durch sein Engagement ein beliebter Kurort mit zahlreichen Hotels und Thermen, der bis heute viele Persönlichkeiten anzieht.

Sehenswürdigkeiten in Lacco Ameno

Jeder, der sich ein bisschen für Geschichte und Archäologie interessiert, sollte sich bei seinem Aufenthalt die beiden nachfolgenden Museen in Lacco Ameno anschauen.

Die Villa Arbusto, benannt nach den Erdbeerbäumen an den Hängen gegenüber Lacco Amenos, wurde nach ihrem Verkauf zu einem Museum umgestaltet. Dort sind die Vorgeschichte der Insel Ischia und vor allem die Funde aus der Grabung vom deutschen Archäologen Giorgio Buchner in der antiken, griechischen Stadt zu bewundern. Eine einzigartige Sehenswürdigkeit ist der sogenannte Nestorbecher, der dort ausgestellt wird. In einem Villentrakt ist eine Fotoausstellung mit den Gästen von Angelo Rizzoli untergebracht. Die Liste der bekannten Namen ist lang. Sophia Loren, Richard Burton, Elisabeth Taylor, Ava Gardner oder auch Herbert von Karajan lassen den Glanz erahnen, den der Filmemacher in den ruhigen Ort gebracht hat.

Ferrari Treffen am Hotel Regina Isabella auf Ischia Die Basilika San Restituta im Herzen Lacco Amenos beherbergt ein weiteres Museum. Sie wurde auf dem Gräberfeld der griechischen Stadt Pithekoussai errichtet. Das Museum zeigt die Ausgrabung darunter und zahlreiche Funde daraus. Santa Restituta ist die Schutzheilige der gesamten Insel, ganz besonders aber von Lacco Ameno. Jedes Jahr findet vom 16. bis 18. Mai ein dreitägiges Volksfest statt, an dem die ganze Insel teilnimmt. Der Festakt endet am dritten Tag mit einem grandiosen Feuerwerk.

Geschichte

Pithekoussai ist eine griechische Siedlung auf der Insel Ischia gewesen. Gegründet um 780 v. Chr. von Siedlern der Städte Chalkis und Eretria in Euböa, ist sie im Zuge der Kolonisation die erste Besiedlung eines Gebiets im westlichen europäischen Mittelmeeraum vom griechischen Festland aus.
Nekropole im Tal von San Montano auf Ischia In der Forschung ist man sich noch nicht einig, ob es sich tatsächlich um eine Kolonie handelt oder um einen Handelsstützpunkt. Strategisch günstig gelegen als Brücke zwischen Ost und West des Mittelmeerraumes, bezeugen die reichhaltigen Grabinventare, darunter auch der sogenannte Nestorbecher, den regen Handel Ischias u.a. mit dem griechischen Mutterland, Syrien, Ägypten und mit den Etruskern an der gegenüber liegenden Küste. Bei Lacco Ameno begannen die Ausgrabungen unter der Leitung von Giorgio Buchner in den 50er Jahren. Die Schwerpunkte lagen dabei bei der Nekropole im Tal von San Montano, der Akropolis am Osthang des Monte di Vico (wo sich heute ein großes und recht klotziges 5 Sterne Hotel befindet) und einem Stadtviertel in der Peripherie von Pithekoussai, im Gebiet von Mazzoli. Die Grabungsergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Stadt, die in antiken, schriftlichen Zeugnissen schon hervorgehoben wurde.

Die Marina von Lacco Ameno auf Ischia Ein weiterer Grund für die Ansiedlung auf Ischia war das reiche Erzvorkommen auf der nahe gelegenen Insel Elba. Die Bewohner Euböas sind bekannt für ihre Fertigkeiten in der Metallverarbeitung. Eine antike Quelle bezeugt den Reichtum, den die Siedler Pithekoussais durch das Metallhandwerk, auch durch die Weiterverarbeitung von Edelmetall, erlangt haben. Und die Grabungen bei Mazzoli brachten ein Stadtviertel mit Metall verarbeitenden Werkstätten zu Tage und stützen damit die Aussage. Die größte Ausdehnung der Stadt war um 750 v.Chr. Danach versank sie in der Bedeutungslosigkeit. Ursache war die Gründung der Kolonie Kyme durch Pithekoussai auf der anderen Küstenseite, die sehr schnell selber zu Wohlstand kam. Durch ihre noch günstigere Lage auf dem Festland, lief sie ihrer Mutterstadt sehr schnell den Rang ab und gründete in der Folgezeit ihrerseits weitere bedeutende Kolonien. Für Pithekoussai ist dennoch eine kontinuierliche Besiedelung bis in römischer Zeit bezeugt, auch wenn historische Quellen und geologische Untersuchungen zwischen 770 und 350 v.Chr. mehrere Vulkanausbrüche belegen. Im 5. Jh. wird die Insel von dem Tyrannen Hieron aus Syrakus besetzt. Um 420 v.Chr. gelangt die Insel bis zum Ende des 2. Jhs. wieder in griechischen Besitz. Aus römischer Zeit finden sich nur wenige archäologische Zeugnisse. Unter anderem die Grotta di Mario, die im 1. Jh. v.Chr. einem Gegner von Sulla Schutz bot. In der Folge von Erdbeben ist sie, wie ein Teil der Küste, im Meer verschwunden. Nach einer Eruption im Jahr 91 v.Chr. sind keine Produktionstätigkeiten mehr auf der Insel nachweisbar.

Der Nestorbecher

Il fungo - Symbol von Lacco Ameno auf Ischia Der sogenannte „Coppa di Nestore", ausgestellt in der Villa Arbusto im Ortszentrum Lacco Amenos, stellt in der Archäologie eine Besonderheit dar. Gefunden wurde er in einem Grab eines 10jährigen Jungen aus dem Ende des 8. Jh v. Chr.. Der Becher ist ein Import aus Rhodos. Das Besondere daran ist eine dreizeilige, eingeritzte Inschrift, eine scherzhafte Anspielung aus der Ilias des Homer. Zum einen lässt die Datierung des Bechers Rückschlüsse zur Entstehung der Ilias zu. Zum anderen ist er das älteste Beispiel des griechischen Alphabetes auf italischem Boden. Sehr anschaulich zeigt er die Übertragung des griechischen Alphabetes an die Etrusker, die es ihrerseits an die Römer weiter gaben.

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