Verboten ist Urlaubern heutzutage ja so einiges. Nicht nur das Sitzen auf Treppen mitten in der Stadt, wie erst kürzlich berichtet. Andere Verbote mögen auf den ersten Blick ziemlich sinnvoll erscheinen. So berichtet die Süddeutsche Zeitung in einem spannenden Artikel über eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Australien, den Berg Uluru – der einstige Ayers Rock, einen Berg, den Urlauber gerne beklettern. Allerdings: Dieser Berg steht mitten im Gebiet der Ureinwohner, und die sehen ihn als Heiligtum.

Überall auf der Welt müssen wir auf die Befindlichkeiten anderer Menschen Rücksicht nehmen – und das ist auch gut so, immerhin sind wir nicht allein und Manieren haben wir hoffentlich auch. In Kirchen bedeckt man wahlweise die Schultern oder Köpfe oder zieht die Schuhe aus, und was anderen Menschen heilig ist, fasst man entweder nicht an, oder behandelt es mit dem nötigen Respekt.

Im Urlaub was erleben wollen – aber bitte mit Respekt

Der Berg Uluru - Ayers RockDer nicht einmal einfach zu besteigende Berg ist aber auch ein Wahrzeichen der Natur, ein faszinierendes Schauspiel voller Höhlen, Wasser, Bäumen. Also etwas, das viele Menschen gerne sehen möchten – oder von dem sie glauben, dass sie ebenfalls ein Anrecht darauf haben. Nicht zuletzt ist der Aufstieg steil und gefährlich, ein echtes Erlebnis also, noch dazu eines, was nicht jeder schaffen kann. Der Nimbus eines schwierigen Abenteuers, das bereits einige Tote forderte, umweht diesen Berg. Kein Wunder also, dass es für viele Touristen quasi dazugehört.

Weil das nun ganz und gar verboten werden soll, bilden sich am Uluru andere Touristenattraktionen aus. Wer mag, kann mit dem Helikopter darüber fliegen oder an seinem Fuß Kamel reiten – eine Tierart, die Europäer mit auf den Kontinent brachten, übrigens – da spielen Traditionen dann wohl keine ganz so große Rolle mehr. Es kommt mir vor wie der Tanz ums goldene Kalb. Gleichzeitig reduziert es Touristen auf eine erlebnishungrige Spezies. Ganz so, als wäre Schauen allein nicht genug.

Dabei geht Urlauben doch auch anders. Sanfter Tourismus nennt sich das – ein Trend, den man mit einfachen Mitteln umsetzen kann. Zum Beispiel mal im regionalen Restaurant essen, das umweltschonendste Verkehrsmittel wählen, die einheimische Kultur schätzen und bewahren helfen. Eigentlich ist das gar nicht so schwer: Statt auf den Berg zu klettern, einfach mal von unten den Blick genießen. Und das möglichst ohne Spektakel. Oder fänden Sie es angemessen, einen Jahrmarkt aus dem Eiffelturm zu machen oder die Chinesische Mauer stückweise zu verhökern?

Bildquelle: Uluru – Ayers Rock © Bildagentur HuberF. Damm – Fotolia.

Diese Seite verwendet Cookies, um das Schmöckern auf Bella Ischia nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen