Hinsetzen verboten – so titelt unter anderem das Magazin Der Stern hier über ein neues Verbot in Rom. Bis zu 400 Euro müssen Urlauber jetzt unter Umständen zahlen, wenn sie sich trotzdem auf die berühmte Spanische Treppe setzen. Warum die Behörden in der Hauptstadt überhaupt so ein Verbot erlassen haben? Zum Schutz der Sehenswürdigkeit, die immerhin schon fast drei Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Sie ist eines der bekanntesten Bauwerke des Barocks – und da gehören Kaugummi und Kaffeeflecken nun mal nicht hin. Auch Grafitti soll es gegeben haben, und überhaupt säßen viele Menschen dort rücksichtslos anderen im Weg.

Rom verbietet mit dem neuen Erlass auch andere Dinge, beispielsweise ohne Oberbekleidung herumzulaufen oder in den Brunnen zu baden. Immerhin sind Selfies an der Spanischen Treppe noch in Ordnung. In italienischen Zeitungen kann man lesen, dass einige die neuen Verbote für ziemlich albern halten, wenn nicht gar für schädlich: Immerhin könnten solche Vorschriften dafür sorgen, dass sich Touristen weniger lang in Rom aufhalten. Schließlich will im Urlaub niemand gegängelt werden.

Vorgeschobener Denkmalschutz oder wirkliche Sorge um die Architektur in Rom?

Kolosseum in RomAndererseits ist der Schutz alter Architektur durchaus ein erstrebenswertes Ziel. Bei einer Treppe mitten in der Stadt ist es kaum möglich, eine Gebühr für den Denkmalschutz zu erheben. Der Erlass ist also durchaus gut gemeint, auch wenn einige der neuen Vorschriften etwas kurios klingen. Verboten ist demnach nämlich auch, sich als Zenturio zu verkleiden. Der Stadt geht es vor allem darum, den Massentourismus in friedliche Bahnen zu lenken. Ob das der sinnvollste Weg ist? Darüber mag man sich streiten. Auf der Spanischen Treppe sitzen, den Medien zufolge, auch heute noch Touristen. Allerdings werden sie wohl schnell von Polizisten vertrieben. Ein schönes Bild gibt Rom dabei nicht gerade ab.

Vor einigen Jahren erst versuchte man mit einem ähnlichen Verbot zu unterbinden, dass Touristen vor dem Kolosseum essen. Das hielt nicht lange an, trotzdem haben schon viele italienische Städte nachgezogen. Das Essen auf der Straße und vor berühmten Bauwerken ist vielerorts verboten.

Während das noch einzusehen sein mag, ist doch das Sitz-Verbot auf der Spanischen Treppe wirklich eher kurios. Natürlich sollten wir bedeutende Bauwerke bewundern. Aber eine Treppe ist eine Treppe, kein heiliger Schrein. Sie nicht auch für ein kurzes Verweilen nutzen zu dürfen, wirkt ziemlich spießig – scheint fast so, als hätten sich die Römer da etwas von den Deutschen abgeguckt …

Bildquelle: Kolosseum in Rom bei Nacht © simeon – Fotolia.

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