Kastanien

Kastanien – eine Herbstdelikatesse

Herbst und Winter ist die Zeit für Kastanien. Fast jeder kennt sie aber nicht unbedingt jeder weiß auf Anhieb zwischen den eßbaren und giftigen Früchten zu unterscheiden, sehen sie sich doch recht ähnlich. Die Schalen der Maronen, wie sie auch genannt werden, sind jedoch ganz leicht zu erkennen, sie sind extrem stachelig und um sie zu öffnen benutzt man ein Stöckchen oder sammelt die Früchte, die schon aus ihrem Stachelpelz herausgesprungen sind. Botanisch gesehen gehört die Kastanie zu den Gattung der Buchengewächse.

Nicht nur in manchen Regionen Deutschlands, wie etwa dem Rheinland, ist im Herbst Kastanien sammeln angesagt. Hier trifft man in den Wäldern zu dieser Jahreszeit auffallend viele südländischen Einwanderer, die Gerichte aus ihrer einheimischen Küche mit diesen Früchten lieben. Das Zentrum und der Norden Italiens sowie das Hinterland der Amalfiküste, des Cilentos und  Ischia ist bekannt für reiches Vorkommen an Kastanien. Hier pflanzten und pflanzen noch heute Menschen ganze Wälder davon an. Nicht nur die eßbaren Früchte sind von allgemeinem Interesse sondern auch das Holz der Bäume. Das Holz  mit seinem goldbraunen Farbton findet in der Landwirtschaft, im Schiffsbau, im Möbel- und Fensterbau sowie im Dachkonstruktionsbau Verwendung. Das harte Holz  ist besonders witterungsbeständig, weil stark gerbsäurehaltig. Da der Faserverlauf meist geradlinig ist ist es auch leicht biegsam und somit beliebt für den Bau von Weinfässern. Auf Ischia wird es jung geschlagen und die schimmel- und pilzbeständigen Stecken dienen als Pfähle für die Weinstöcke.

Kastanien sind eine Delikatesse

Die meisten von uns denken bei Kastanien zunächst an knusprig geröstete Maronen, die wir uns an frostigen Wintertagen in der Fußgängerzone beim Maronimann kaufen und direkt verzehren.

Wer sich die Mühe macht, beim Herbstspaziergang selbst zu zu sammeln kann sie zuhause kreuzweise mit einem Messerchen einritzen und im Backofen rösten. Das mit Familie oder Freunden anschließende Auspellen und Essen ist eine kurzweilige, nette Beschäftigung nach dem Abendessen an langen Winterabenden.

Mit geschälten und gekochten Kastanien kann man leckere Füllungen für die Martins- oder Weihnachtsganz machen. Im Internet finden sich zudem vielerlei Kuchenrezepte und Desserts. Kastanienmehl selbst herzustellen ist etwas mühsam, man kauft es besser direkt im Feinkostgeschäft, zahlt aber einen nicht geringen Preis dafür.

Bei meiner Recherche habe ich eine interessante und für mich fast unvorstellbare Info gefunden: vom 16.-18. Jahrhundert war in vielen Landstrichen Italiens und auf der iberischen Halbinsel die Kastanie das Hauptgrundnahrungsmittel der einfachen Bevölkerung. Ein bis zwei Kastanienbäume rechnete man für die ganzjährige Ernährung eines Erwachsenen.

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