Detail einer WeihnachtskrippeIn der Vorweihnachtszeit hat ein Gewerbe in Neapel Hochkonjunktur: die Krippenbauer.

Liebhaber aus der ganzen Welt kommen in die Golfmetropole um Weihnachtskrippen anzuschauen und Krippenfiguren zu kaufen. In den Gassen der Altstadt herrscht dichtes Gedränge. In der engen Straße Via San Gregorio Armenio, der Krippengasse, offeriert ein Geschäft neben dem andern Weihnachtskrippen in allen Preisklassen und das das ganze Jahr hindurch. Aber in der Adventszeit läuft das Hauptgeschäft. Viele dieser Geschäfte haben im Hinterzimmer oder einer nahen Seitengasse ihre eigene Werkstatt. Das Liebenswerte an diesen Krippen ist, dass sie sich nicht auf die Darstellung der Heiligen Familie, ein paar Hirten und Tiere beschränken. Nein, diese Krippen, die teils enorme Dimensionen einnehmen zeigen Szenen aus dem Alltag. Ob nun eine Krippe mit originalgetreu nachgebauten Figuren und Kostümen aus dem 18. Jahrhundert oder aus der Kriegszeit oder unserer Zeit, die Ideen gehen der Krippenbauern nicht aus. Darstellungen von Landschaften, ganzen Städten, Handwerksbetrieben, Szenen des Fischfangs…einfach alles was das Leben der Menschen ausmacht. So kann man sehen wie ein Pizzabäcker seinen Teig knetet, in den Ofen(natürlich mit glühenden Kohlen bestückt) schiebt oder man vertieft seinen Blick auf eine Marktszene, wo Marktschreier ihre Waren anbieten, Kinder spielen, streunende Hunde zwischendrin rumlaufen und am Marktbrunnen das Wasser mit kleinen Eimern nach oben gezogen wird…einfach alles. Selbst Szenen aus unserem Leben, bestückt mit bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Film und Sport gehören zum Repertoire. Berlusconi, Obama, Maradonna, was auch immer Sie möchten.

Die KrippengasseDie Neapolitaner brüsten sich damit, die Erfinder „der Krippenfiguren“ zu sein. Schon im 16. Jahrhundert waren sie dafür berühmt. In der Blütezeit im 18. Jahrhundert unter König Karl III. hatten sich sogar Adlige das Krippenbauen zum Hobby gemacht und verarbeiteten dazu kostbare Materialien.

Der Krippenbauer, der in Neapel ein sehr hohes Ansehen genießt, versteht sich als Künstler – und das ist er oft auch. Figuren aus Terracotta oder Holz, geschnitzt, bemalt und ausgestattet mit originalgetreuer Kleidung, teils Originalkopien von Kostümen aus der Geschichte mit Echthaar und Schmuck – wer Details liebt kommt hier voll auf seine Kosten. Ein bisschen kommt einem der Vergleich zu den passionierten Modelleisenbahnbastlern in unserem Land.

Die Weihnachtskrippe ist den Neapolitanern wichtiger als der Weihnachtsbaum und in den Festtagen besucht man Familie und Freunde um die dortigen Krippen zu begutachten, die ja alljährlich mit neuen Figuren und Details ergänzt werden.

Natürlich beschränken sich die Darstellungen der Krippenlandschaften nicht auf den privaten Bereich. In allen Kirchen und auf kleinen und großen Plätzen werden riesige, kunstvolle Krippen aufgebaut. Städte und Gemeinden wetteifern darum, die in diesem Jahr schönste Krippe zu haben und freiwillige Helfer investieren unzählige Stunden um daran mitzuwirken.

Auch wer die Leidenschaft für Weihnachtskrippen nicht teilt, wird einen Spaziergang durch die engen Gassen mit ausgesprochen schöner Weihnachtsbeleuchtung und dem vorweihnachtlichen Treiben voll genießen. Und vergessen Sie nicht all die Düfte! Alle paar Meter werden andere Leckereien und Spezialitäten verkauft und lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen.

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