L'uovo di pasqua

So wie wir Deutschen feiert man auch im katholischen Italien das Osterfest. Die Osterbräuche unterscheiden sich allerdings erheblich von den unsrigen.

Die Karwoche

Die Karwoche und ganz besonders der Karfreitag, der in Italien kein staatlicher Feiertag ist, ist gekennzeichnet von unzähligen Prozessionen. Vor allem der Karfreitag wird fast überall im Land mit stundenlangen Prozessionen gefeiert. Alle Stationen des Leidensweges Christi werden aufwendig aufgebaut, tonnenschwere Heiligenfiguren werden von mehreren Männern im Wechsel getragen und Laienschauspieler lassen die Gläubigen hautnah die Geschehnisse des Kreuzweges und der Kreuzigung miterleben.

Zuhause wird an Karfreitag leicht gegessen, meist ein Fischgericht. In vielen Orten wird die Karfreitagsprozession zum Hauptfest der Kirche im ganzen Jahr und zieht Zuschauer aus anderen Landesteilen an, die sich dieses religiöse Ereignis live anschauen möchten. Die Karfreitagsprozession auf Procida ist im Golf von Neapel vielleicht die beeindruckendste und wer dabei sein möchte muss schon morgens ganz früh auf der Insel sein.

Ostern

In der Nacht vom Samstag zu Ostersonntag läuten überall die Kirchenglocken zu Mitternacht und läuten so das Auferstehungsfest festlich ein.

Auf dem Frühstückstisch an Ostersonntag stehen blutrot gefärbte Ostereier . Das Osterei als Symbol für die Auferstehung und das Wiedererwachen der Natur hat einen festen Platz im Osterbrauchtum, aber trotzdem nicht den Stellenwert wie bei uns. Ostereier ausblasen, anmalen, aufhängen, hartgekochte Eier färben und Ostereier suchen mit den Kindern im Garten kennen die Italiener nicht. Hier ibt es das Osterei eigentlich nur als das „L’Uovo die Pasqua“ in Form eins riesigen Schokoladeneis, gefüllt mit kleinen Überraschungen, verpackt mit knisternden, bunten Stanniolpapieren und Zellophan und mit Schleifen geschmückt. Nicht nur die Kinder bekommen solch ein mönströses Ei geschenkt, auch die Frauen, manchmal mit einem Schmuckstück im Innern versteckt.

Ostern feiert man mit Freunden

Anders als Weihnachten, welches ein Familienfest ist, feiert man Ostern auch mit Freunden. Zum „Pranzo die Pasqua“ (dem Mittagessen) werden mehrgängige Menüs mit Lamm und als Nachtisch der „Colomba“ serviert. Die Colomba ist ein süßer Kuchen in Form einer Taube. Die Taube gehört als Symbol unbedingt zum italienischen Osterfest. Diese süßen Kuchen schenkt man sich gegenseitig unter Freunden und Familien, besser gesagt man tauscht sie sich gegenseitig aus. Ich finde es immer ein bisschen merkwürdig wenn ich erlebe wie alle Besucher einen ähnlich schmeckenden Kuchen mitbringen und man sich dann ausführlich darüber auslässt wessen Colomba nun die Beste ist.

Der Ostermontag, das Fest „lunedi di albis“ nennen die Italiener auch „kleines Ostern“, die Pasquetta. Besonders südlich von Rom nimmt man den Tag als Anlass, mit Freunden üppige Picknicks zu veranstalten. Man geht also raus in die Natur und läutet so die „Draußensaison“ ein. Dazu bringen dann (wieder komisch für mich) alle das gleiche Gebäck mit. Die „Pastiera“ ist eine herzhafte Kuchenspeise mit viel Eiern, Ricotta und kandierten Früchten, die kolossal satt macht. Man probiert sich durch all die mitgebrachten Pastieren durch und philosophiert darüber, wessen Pastiera die Beste ist. Wer Gelüste auf andere Süßigkeiten hat wird dabei leider enttäuscht.

Draußen feiern mit Freunden, verbunden mit einem zünftigen Picknick macht das Osterfest zu einem wirklich tollen und sehr lustigen Fest für Erwachsene gleichermaßen wie für die Kinder.

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