Richtung SüdenEntschleunigt reisen – das ist gerade in diesen Zeiten ein Ziel vieler Reisender. Nicht erst seit es gilt, in gesundheitlicher Hinsicht ein wenig mehr auf Vorsicht und Rücksicht zu achten. Das Thema Nachhaltigkeit liegt auch beim Urlaub im Trend, und immer mehr besinnen sich für die schönste Zeit des Jahres auf umweltfreundliche Reiseziele oder -methoden.

So tat es auch der Autor dieses Artikels aus der Welt, der – zum Teil aus nostalgischen Gründen – gerne nach einem Jahr Abstinenz endlich mal wieder reisen wollte. Nach Süditalien, genauer gesagt, und zwar nicht mit dem Flugzeug, was ihn nur drei Stunden gekostet hätte. Stattdessen machte er es sich in diversen Zügen gemütlich, besuchte unterwegs vier Städte, die auf der Route lagen, und brauchte so satte sechs Tage. Dafür erlebte er allerdings auch Dinge, die einem im Flugzeug so nie passieren, und reiste insgesamt extrem entspannt.

Die Zugreise von Deutschland nach Italien:

Los ging’s für den Redakteur in Norddeutschland, was sicher erst einmal überrascht. Immerhin ist man hier am weitesten vom Reiseziel Italien, noch dazu dem ersehnten Süden, entfernt. Nach Apulien sollte es gehen, rund 2500 Kilometer entfernt. Dabei passiert man naturgemäß Österreich, was der Autor bequem im Nachtzug erreichte. Das allein ist bereits ein Abenteuer: Eine gleichermaßen altmodische wie auch sehr moderne Art des Reisens, die das Flair vergangener Zeiten mit dem Wunsch nach mehr ökologischem Anspruch verbindet.

Bequemer als Schlafen im Flugzeug soll so eine Nachtzug-Fahrt allemal sein, wenngleich wohl meist auch deutlich teurer. Und eben länger, doch wen das nicht stört, der kommt ausgeruht und sogar mit Wunsch-Frühstück am Platz an. Nach Linz genießt man dann bald die Alpen-Überfahrt, und das sicher viel entspannter als im eigenen Auto, wo man bei einer Fahrt durch den Brenner nicht selten im Stau steht und sich hinterher über die verlorene Zeit ärgert.

In Italien angekommen, machte der Autor dann zunächst Halt in Bozen, um dort die Architektur zu bewundern. Kann man machen – oder, falls ein längerer Aufenthalt geplant ist, einfach mal einen Abstecher nach Meran machen. Das lohnt sich besonders für Wellness-Jünger, denn Meran ist berühmt für seine Thermalbäder (und bietet, im Gegensatz zu Bozen, ehrlich gesagt auch die nettere Architektur, nämlich jene aus der Jugendstilzeit).

Tolle Erlebnisse hatte der Welt-Redakteur dann noch auf der Weiterfahrt in Italien, denn die italienischen Schnellzüge sind den vielgepriesenen ICEs doch in mancher Hinsicht etwas voraus, nicht nur beim Service. Auf einem der letzten Abschnitte seiner Reise nutzt der Autor den Frecciargento 8887 und bedauert ein wenig, dass er nicht noch mehr Zwischenhalte gebucht hat. Gelohnt hätte es sich allemal, denn auf dieser Strecke liegen etwa die Hafenstadt Pesaro mit herrlichen Stränden, oder Ancona mit dem fantastischen Trajansbogen, oder auch Pescara in den Abruzzen – ein Ort, der sich im Winter als Heilkurort einen Namen gemacht hat.

Die insgesamt sechs Tage lange Reise mag dem einen oder anderen übertrieben lange vorkommen, doch wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel, und auf diesem Weg kann man gerade bei einer Fahrt nach Italien so einiges erleben. Warum also nicht mal auf diese Art entschleunigen, einfach in den Zug steigen und den Urlaub direkt mit der Fahrt beginnen lassen?

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