Dreimal in einer einzigen Woche: Kürzlich wurde Venedig von einer der schlimmsten Hochwasserkatastrophen in der Geschichte der Lagunenstadt heimgesucht. Hochwasser ist etwas, womit die Bewohner Venedigs grundsätzlich rechnen müssen: Im Winter drückt der Scirocco das Wasser hinein, und der beständig steigende Meeresspiegel vergrößert die Gefahr Jahr um Jahr.

Venedig-MarkusplatzDoch so langsam haben die Venezianer genug, wie unter anderem in diesem Artikel des Nachrichtenmagazins Spiegel zu lesen ist. Sie sind wütend und beklagen abwechselnd die unzureichenden Informationen seitens der Behörden und den Tourismus. Denn tatsächlich scheint Venedig in letzter Zeit kaum zu Ruhe zu kommen – zwar sind Hochwasser, Massentourismus und Probleme mit Kreuzfahrtschiffen für sich genommen Ereignisse, die nicht zusammenhängen, für die Venezianer allerdings häufen sich Probleme an Probleme. Und ganz ohne Zusammenhang sind sie eben doch nicht: Die tiefen Kanäle, die den Weg ebnen für die großen Kreuzfahrtdampfer und für das Hochwasser, haben die Venezianer selbst graben lassen.

Die Wassermassen jedenfalls haben den Sorgen der Stadt neue Dimensionen verliehen, denn die Schäden sind gewaltig. Chaos und Dreck sind überall, ganze Existenzen wurden zerstört. Wie groß der Schaden für einzelne Teile der Stadt wirklich ist, das ist jetzt nicht einmal absehbar: Im Markusdom wurden Säulen und Bodenmosaike beschädigt, und so lange nicht alles getrocknet ist, wird salzige Meerwasser die Schäden unweigerlich vergrößern.

Venedig: Traumstadt oder Albtraumstadt?

Hat der Artikel also recht, wenn er postuliert: Venedig ist eine Traumstadt, die von der Realität eingeholt wird? Ein Ort, der eigentlich nie für diese Vielzahl an Menschen, ob Einwohner oder Touristen, konzipiert war. Eine Stadt mitten in Europa, die den Klimawandel bereits heute stark zu spüren bekommt. In der man schon heute nicht mehr im Erdgeschoss wohnen darf, was dennoch viele tun müssen aufgrund des Platzmangels.

Ja, Venedig ist eine Traumstadt für viele, wird aber immer mehr zur Albtraumstadt für ihre Bewohner. Weder das Hochwasser-Problem noch der Massentourismus werden in naher Zukunft verschwinden. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Alles was wir tun können, ist mit Achtsamkeit zu reisen. Katastrophentourismus, wie zuletzt in der Stadt gesehen – von Menschen also, die sensationslüstern das Wasser und die Aufräumarbeiten begaffen – ist jedenfalls etwas, das ich mir wirklich nicht für diese schöne Stadt wünsche.

Bildquelle: Venedig Markusplatz © Angels Gendre – Fotolia.

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