Goethe in Italien

Für die meisten von uns ist reisen heute eine Selbstverständlichkeit. Wer immer es sich leisten kann, für den gehört der Urlaub zu einem festen Bestandteil des Jahres.

Alle Welt reist

Schon vor 150 Jahren schrieb Theodor Fontane: „alle Welt reist“. Da sah das Reisen jedoch noch anders aus, aber das Bedürfnis zu reisen unterschied sich vielleicht nur gringfügig von unserer Reiselust.

Heute fahren 54,6 Millionen Deutsche mindestens einmal im Jahr in Urlaub!! Weltweit sind  1,1 Milliarden Menschen pro Jahr auf  Reisen (Urlaubsreisen).

In der Zeit der Romantik, Ende des 18. Jahrhunderts begann das “zweckfreie reisen”.  Dichter, die die Schönheiten der Natur beschrieben, trugen maßgeblich zu diesem Trend bei. Meist sprach man von Bildungsreisen. Leisten konnte sich zu Goethes Zeiten nur 1% der Bevölkerung solche damals noch durchaus beschwerliche Reise zu fernen Zielen. Von ihm stammt der Spruch: “die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen”. Goethe muss sehr gescheit gewesen sein, denn er reiste ja, wie wir wissen, ausgesprochen viel für die damalige Zeit. Schön, dass er auch andere Menschen, sogar uns heute noch, daran teilhaben ließ und lässt.Er schrieb seine Reiseerlebnisse in ansprechender Weise auf. Seine Reisetagebücher sowie Berichte anderer Poeten, Künstler und Naturforscher und Entdecker waren für den Großteil der Bevölkerung die einzige Möglichkeit etwas über Land und Leute ferner Länder zu erfahren. Das ist heute für uns gar nicht mehr vorstellbar. Wir brauchen nur Fernsehen und Internet einzuschalten und können uns überall auf den Globus, auch in Echtzeit, virtuell hinbegeben.

Die Grand Tour

Wer damals reiste mußte neben Geld auch viel Zeit investieren. Bei den Adligen kam es in Mode, den Nachwuchs für ein Jahr oder länger auf “Grand Tour” zu schicken. Heute schicken wir unsere Kinder zum Schüleraustausch oder Studieren ins Ausland und die Beweggründe sind gar nicht so anders als vor 150 Jahren.

Was als ein Privileg einer kleinen Gruppe begann ,weckte Begehrlichkeiten auch im gehobenen Bürgertum, welches sich dann nach und nach zumindest eine”Petit Grand Tour” zur Meeresküste oder in die Berge erlaubte.

1828 erschien in Deutschland der erste Reiseführer: „Rheinreise von Mainz bis Cöln” mit dem für uns heute witzigen Untertitel:“ Handbuch für Schnellreisende“. Sogar ein ausklappbares Rheinpanorama gehörte zu dieser Neuheit. Verlegt hatte es ein pfiffiger Mann, den jedermann auch 2105 noch kennt. Karl Baedeker, der viele Reisen selbst unternahm.Er beschrieb die Landschaften, erklärte die Möglichkeiten der Fortbewegung, der Unterkünfte, listete Sehenswürdigkeiten auf und gab nützliche Tipps für den Reisenden. Der Anfang des modernen Reiseführers war geboren. Besonders gefällt mir sein immer noch aktueller Hinweis: „die Begleitung von Damen auf Reisen erhöht natürlich die Kosten der Reise beträchtlich”. Köstlich.

In Berlin gibt es ein Archiv Tourismus der TU Berlin. Dort lagern viele dieser bibliophilen Reiseführer, auch Karten und sogar private Photoalben seit dem 17. Jahrhundert.

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